Thomas Wipfli


Die Menschliche Kommunikation beinhaltet auch nonverbaler Anteile. Arm und Beinhaltungen, Augenbewegungen, Mundwinkel und Ausrichtung der Hände – das bietet Einblicke, die einem geschulten Beobachter als Informationsquelle von Gedanken, Ängste und dem Gemütszustand eines Menschen dienen. Auch die Kleidung, Stimme, Frisur und manche Details des Gesichtes können weitere Anhaltspunkte liefern. Studien belegen, dass schon Babys die Körpersprache ihrer Eltern lesen können. Das würde erklären, warum wir den unbewussten Signalen des Körpers oft mehr trauen als verbalen Aussagen.

Verbale Kommunikation kann Lob, Aufforderung, Kritik ausdrücken oder Neugier wecken. Es hängt ganz davon ab, in welcher Beziehungsebene die Beteiligten zueinanderstehen und was die Botschaft der Aussage ist. Auf dem nonverbalen Kanal werden weitere Fakten kommuniziert, dazu gehören unter anderem Haltungen, Stimmungen und Gefühle. Unser Gesicht sowie unsere Arme, Hände und Beine sagen also unserem Gegenüber mindestens so viel wie unsere Stimme. Für Sie als Gesprächspartner ist es wichtig, beide Kommunikationsebenen, also die verbale und die nonverbale richtig zu interpretieren. Denn häufig sind wichtige und unausgesprochene Informationen nur an der Körperhaltung zu erkennen.


Aber Vorsicht: Jede nonverbale Geste ist nur ein Teil eines grossen Ganzen. Es gibt weder ein Patentrezept für die korrekte Deutung von Körpersignalen noch eine hundertprozentige Garantie, dass man mit seiner Interpretation richtig liegt. Zudem verhalten Männer sich bei Gestik und Mimik anders als Frauen, Erwachsene anders als Kinder. Auch kulturelle Unterschiede, Status und Rolle einer Person haben Auswirkungen auf ihr Auftreten und Verhalten. Diese Punkte sollten Sie bei einer Einschätzung Ihres Gegenübers immer im Hinterkopf haben.


Quellen:

Ainsworth, M. D. S. & Bell, S. M. (2003): Die Interaktion zwischen Mutter und Säugling und die Entwicklung von Kompetenz. In Grossmann, K.E. & Grossmann, K. (Hrsg.), Bindung und menschliche Entwicklung. John Bowlby, Mary Ainsworth und die Grundlagen der Bindungstheorie. Stuttgart: Klett-Cotta.

GABALS GROSSER METHODENKOFFER. GRUNDLAGEN DER KOMMUNIKATION